Video als Unternehmensgedächtnis: Wissen bewahren statt verlieren
Wenn erfahrene Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, nehmen sie mehr mit als ihre persönlichen Gegenstände. Sie nehmen Wissen mit – Kontextwissen, Erfahrungswissen, Entscheidungswissen. Wissen, das nirgendwo dokumentiert ist.
Monate nach dem Abschied kommen die unvermeidlichen Fragen:
- "Warum haben wir uns damals für Lösung A entschieden?"
- "Wie hat Maria das immer gemacht?"
- "Wo finde ich die Unterlagen zum Projekt X?"
Das Problem: Implizites Wissen verschwindet
Jede Organisation kennt das Szenario: Ein langjähriger Mitarbeiter geht in Rente, wird abgeworben oder wechselt intern. In den Wochen vor dem Abschied gibt es hektische Übergaben, schnell zusammengestellte Dokumentationen, eilige Meetings.
Das Problem ist nicht Nachlässigkeit. Das Problem ist die Natur des Wissens selbst.
Explizit vs. Implizit
| Wissenstyp | Charakteristik | Beispiel |
|---|---|---|
| Explizit | Kodifiziert, übertragbar, durchsuchbar | Handbücher, Prozessbeschreibungen |
| Implizit (Tacit) | Intuition, Erfahrung, Kontextverständnis | "Einfach wissen", wie etwas funktioniert |
Das meiste wertvolle Wissen ist implizit. Und traditionelle Dokumentation versagt bei dessen Erfassung.
Warum schriftliche Dokumentation nicht reicht
| Problem | Auswirkung |
|---|---|
| Erfasst das Was, nicht das Warum | Keine Alternativen, keine Fallstricke dokumentiert |
| Veraltet schnell | Niemand pflegt nach jeder Änderung das Handbuch |
| Ist undankbare Arbeit | Geschieht unter Zeitdruck, wenn überhaupt |
| Verliert Kontext und Nuancen | Tonfall, Betonung, Gesten gehen verloren |
"Das ist wichtig" liest sich anders, als wenn es jemand mit Nachdruck sagt und dabei auf den kritischen Punkt zeigt.
Video als Lösung
Natürliche Erfassung
Menschen erklären leichter, als sie schreiben. Ein 20-minütiges Video-Interview ist in 20 Minuten aufgenommen – die schriftliche Äquivalente würde Stunden dauern.
🎭 Kontext bleibt erhalten
Tonfall, Gesten, Bildschirmfreigaben – das vollständige Bild wird erfasst.
💡 Das "Warum" wird festgehalten
"Wir haben uns für A entschieden, weil B und C damals nicht funktionierten. Hier ist der Kontext..."
Solche Erklärungen entstehen im Gespräch natürlich, aber selten in Dokumenten.
📉 Geringere Hemmschwelle
Viele Menschen reden lieber als sie schreiben. Video senkt die Einstiegshürde.
Von der Aufnahme zur Wissensbasis
Ein Ordner voller MP4-Dateien ist kaum besser als kein Video. Der Schlüssel liegt in der Erschließung.
| Feature | Nutzen |
|---|---|
| 📝 Transkription | Jedes Wort durchsuchbar – "Wie hat Maria das mit den Ausnahmegenehmigungen gemacht?" |
| 📑 Kapitelmarkierungen | Direkt zum relevanten Abschnitt, statt 45 Minuten durchscrollen |
| 🔗 Verknüpfung | Videos mit Projekten, Prozessen, Personen verbunden |
Praktische Anwendungsfelder
| Use Case | Wert |
|---|---|
| 📚 Onboarding | Neue Mitarbeiter sehen, was zu tun ist – und hören die Erklärungen von Kollegen |
| 🔄 Projekt-Retrospektiven | "Was haben wir gelernt?" für zukünftige Projekte zugänglich |
| 🎓 Experten-Interviews | Vor dem Ruhestand: Jahrzehnte an Erfahrung konservieren |
| 📋 Entscheidungsprotokolle | Nicht nur die Entscheidung bewahren, sondern die Diskussion davor |
Der kulturelle Wandel
Video-basiertes Wissensmanagement erfordert mehr als Technologie. Es erfordert eine Kultur, in der:
- ✅ Wissen teilen als wertvoll anerkannt wird
- ✅ Zeit für Dokumentation eingeplant ist
- ✅ Imperfekte Aufnahmen akzeptiert werden (Perfektionismus ist der Feind des Guten)
- ✅ Führungskräfte mit gutem Beispiel vorangehen
Die Technologie ist bereit. Ist Ihre Organisation es auch?
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